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Nationaltrainer Potgieter zum schweren EM-Spiel in Georgien

Erstellt am: 16.02.17

Wenige Tage nach dem historischen Sieg gegen Rumänien steht am 19.2.2017 bereits das nächste EM-Spiel der deutschen 15er Rugby-Nationalmannschaft in Tiflis (Georgien) an. Im Vorfeld berichtet Nationaltrainer Kobus Potgieter über den Status seines Teams. Der international renommierte Rugby-Coach aus Südafrika blickt zufrieden zurück, weiß aber auch, was noch alles auf ihn und seine Mannschaft zukommen wird. 

Herr Potgieter, wie bewerten Sie mit ein wenig Abstand den Sieg zum Auftakt der Europameisterschaftsrunde gegen Rumänien?

Ja, das war natürlich ein herausragender Start für uns. Wir hätten es nicht besser erwischen können. Aber wir haben in den vergangenen Monaten ja auch hart daran gearbeitet ein konkurrenzfähiges Team zu formen. Nach dem Spiel müssen wir aber auch über die Fehler sprechen, die wir gemacht haben. Die müssen wir in den kommenden Spielen vermeiden.

In welchen Bereichen sehen Sie für das deutsche Team noch Steigerungspotenzial?

Wir müssen auf alle Fälle unsere Execution besser hinbekommen, d.h. wir müssen unseren Spielplan besser umsetzen und in vielen Situationen noch besser und kompakter in der Ausführung werden…

… Das rumänische Team brachte Ihre Mannschaft durch schnelle Seitenverlagerungen häufig in Verlegenheit und erzielt schnelle Punkte …

Ja genau, wir müssen unsere Position besser schützen und verteidigen. Wo wir auch besser werden müssen, sind unsere Basic Skills: beim letzten Spiel haben wir zu viele Bälle verloren – sei es als wir unter Druck gerieten oder bei Gegnerkontakt. Auch waren unsere Gassen (Anm., i.e. Einwurf von der Seitenauslinie) in der ersten Halbzeit nicht so toll. Darüber hinaus waren 24 Tackles von uns nicht erfolgreich, d.h. wir konnten den Gegner nicht durch ein Tackle stoppen. Allein diese statistische Analyse belegt, wo wir noch Potenzial haben.

Wie wirkt sich der Sieg auf das Team aus? Immerhin wissen die Spieler nun, dass sie auch gegen etablierte Teams mithalten und sogar gewinnen können?

Für mein Team war der Sieg gegen Rumänien enorm wichtig. Die Spieler können jetzt einfach besser einschätzen, welches Potenzial in ihnen steckt. Anhand solcher Siege sehen sie, was sie erreichen können, wenn sie hart arbeiten. Wir im Trainerteam sind sehr zufrieden, denn wir erleben täglich im Umgang mit den Athleten, wie sie sich fokussiert und mit festem Willen auf die nächsten Aufgaben vorbereiten. Aber klar ist auch, dass wir nun zwar einen Sieg eingefahren haben. Aber zugleich dürfen wir nicht jetzt schon glauben, wir sind schon angekommen. Im Gegenteil: Unser Weg ist noch weit.

Nun steht mit Georgien – immerhin Zwölfter der aktuellen Weltrangliste – direkt der nächste schwere Gegner an. Wie werden Sie das Spiel angehen?

Georgien ist ohne Zweifel das stärkste Team in unserer Gruppe. Wir haben schon im vergangene Jahr dort gespielt und dabei erfahren, wie schwierig es ist, dort zu bestehen. Für uns ist es ein Spiel, bei dem wir auch anderen Spielern eine Chance geben werden. Darüber hinaus werden wir an unseren Schwächen arbeiten und an einigen Positionen Änderungen vornehmen, um dem ein oder anderen Spieler Einsatzzeit zu ermöglichen. Dadurch stellen wir auch sicher, dass sich alle auf demselben Vorbereitungs- und Spiel-Niveau befinden. Generelles Ziel ist es, aus den vergangenen Fehlern zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen.

Mit Michael Poppmeier fällt der Kapitän aus, ein wichtiger Spieler für das Team. Wie werden Sie den Ausfall kompensieren?

Team-Kapitän Michael Poppmeier ist ein enorm wichtiger Spieler für uns und es ist natürlich sehr unglücklich, dass er ausfällt. Das gilt nicht nur für seine Aufgaben auf dem Feld sondern auch abseits. Dort unterstützt er uns in der Spiel- und Spieler-Analyse. Aber wir sind in der Lage, das auf dem Spielfeld mit Athleten wie Timo Vollenkemper und Rob May zu kompensieren. Denn wir wissen natürlich alle, dass es beim Rugby zu Verletzungen kommen kann und dass wir für Ersatz sorgen müssen. Wir sind daher sehr glücklich, diese beiden Jungs in der Hinterhand zu haben.

Wie wichtig ist der Faktor Regeneration bei einem solch intensiven Programm? Wie sieht der Fahrplan des Teams in diesen Wochen aus?

Wir kümmern uns gerade sehr individuell und maßgeschneidert um unsere Spieler. Jeder absolviert ein Programm nach seinen Anforderungen. Wir hören in die Körper hinein, um sie dann auf den Punkt fit zu bekommen. Am Montag hatten wir beispielsweise ein leichtes Erholungsprogramm im Pool am Morgen und dann ein sehr leichtes Training am Nachmittag. Dienstags war morgens Gassentraining angesagt und am Abend dann ein längeres, härteres Programm, um sicherzustellen, dass wir gut vorbereitet in den Wettkampf gegen Georgien gehen. Mittwoch ist frei und am Donnerstag wird wieder mit höherer Intensität trainiert. Da wir am Sonntag spielen, haben wir einen zusätzlichen Tag zur Erholung und Vorbereitung.

Quelle Interview: Deutscher Rugby-Verband

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