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Wie unwirklich wird der DSV-Winter?

Erstellt am: 16.11.17

Viktoria Rebensburg siegt beim Saisonauftakt der Damen in Sölden, Felix Neureuther schafft das gleiche Kunststück beim ersten Rennen der Herren in Levi. Damit gelingt dem DSV der perfekte Start in die Olympiasaison. Doch was lässt sich aus den ersten Rennen für den möglichen Saisonverlauf der Deutschen ablesen? meinsportradio.de analysiert.

Solche Jubelbildern hatte es beim Deutschen Skiverband lange nicht gegeben. Ausgelassen verspritzte Viktoria Rebensburg im Zielraum von Sölden den Inhalt einer Magnumflasche Sekt und tanzte später im Dirndl bis tief in die Nacht hinein Polka. Im Riesenlalom hatte sie ihre Siegdürre beendet und schon im ersten Saisonrennen das Ticket für Olympia gelöst.
Etwas ruhiger, aber nicht weniger glücklich, feierte zwei Wochen später beim Weltcupstart der Herren Felix Neureuther seinen Slalomsieg: “Ich bin 33 Jahre alt, das war mein erstes Rennen als Vater, es ist unwirklich.”

Unwirklich, aber doch real – irgendwie passend zur Situation im DSV. Nach der verkorksten Vorsaison, speziell bei den Damen, hatte der Verband an einigen Stellschrauben gedreht. So war der Österreicher Jürgen Graller als neuer Frauencheftrainer verpflichtet worden, um die nach dem Rücktritt von Maria Höfl-Riesch tief gestürzten DSV-Damen wieder in die Spur zu bringen. Eine Aufgabe, an der sein Vorgänger Markus Anwanderer noch gescheitert war.

Der Auftakt ist gemacht. Aber lohnt es sich für die deutschen Sportfans nun in dieser Saison wieder auf deutsche Erfolge bei den z.B. unter sportwetten.org gelisteten Wettanbietern zu wetten und mit Tipps auf weitere Siege von Rebensburg und Co. von lukrativen Bonusangeboten zu profitieren? „Das sportliche Potenzial ist vorhanden, aber die Mädels müssen es auch abrufen. Mir fehlt da an vielen Stellen einfach der letzte sportliche Biss“, glaubte Höfl-Riesch kürzlich bei t-online.de kommentiert und kritisierte damit auch indirekt den Ex-Bundestrainer. „Ich hoffe, dass mit dem neuen Damen-Trainer Jürgen Graller ein erster Impuls in die richtige Richtung gesetzt wurde.“

Balsam für Rebensburgs Wunden

Der Sieg von Rebensburg in Sölden – auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung und “Balsam für die vielen Wunden”, wie DSV-Alpinchef Wolfgang Maier kommentierte. Zum einen für den DSV, aber auch für Rebensburg persönlich. Schließlich hatte sie viele Rückschläge in der Vorsaison hinnehmen müssen. Die verletzungsfreie Sommersaison und der perfekte Saisonstart – wichtig für den Kopf. Dazu kommt, dass sie die Topfahrerin der letzten Saison schlug. Tessa Worley, Weltmeisterin von St. Moritz, Gewinnerin des Disziplinweltcups Riesenslalom, landete 14 Hundertstel hinter der Deutschen. Auch Manuela Mölgg aus Italien konnte als Dritte nicht mithalten, Mikaela Shiffrin, Gesamtweltcupsiegerin 2016/17, landete sogar nur auf Platz 5.

Rebensburg selbst freute sie sich natürlich über das Ergebnis von Sölden, versuchte aber auch, die Euphorie nicht zu hoch zu schrauben. „Das ist ein guter Start, ganz klar”, erklärte sie in Die Welt. “Aber in vier Wochen geht es dann erst so richtig los.” Bei den Überseerennen in Killington (USA) und Lake Louise (Kanada) gelte es, topfit an den Start zu gehen. Deshalb machte Rebensburg deutlich: “Es ist wichtig, dass ich mich jetzt erhole.”

Wichtig, weil sie nicht nur das heißeste, sondern auch das einzige deutsche Alpin-Damen-Eisen ist. Zwar fuhr Lena Dürr im Slalom von Levi auf einen starken sechsten Platz und holte ebenfalls schon das Ticket für Olympia. Auch das ein Ausrufezeichen. Aber wie wechselhaft ihre Leistungen sein können, bewies sie in den letzten Jahren regelmäßig. Deshalb verbietet sich hier wohl zu große Euphorie und noch einmal der Hinweis auf die Analyse von Höfl-Riesch im t-online.de- Interview: “Nach ihr (Rebensburg, d. Red.) klafft allerdings eine Lücke. Das hat sich aber bereits zum Ende meiner aktiven Zeit angedeutet. Viktoria und ich haben in den Speed-Disziplinen die Kohlen aus dem Feuer holen müssen, in den technischen Disziplinen sah es nicht viel besser aus.”

Ausrufezeichen von Neureuther und Dopfer

Und bei den Herren? Nachdem der für Sölden Ende Oktober angesetzte Riesenslalom dem Wind zum Opfer fiel und abgesagt werden musste, greifen die Speedler zwar erst in Übersee in die Saison ein. Doch im Slalom von Levi konnte Neureuther nach erfolgloser Vorsaison endlich wieder ein Ausrufezeichen setzen. Nach zwei starken Läufen verwies er Henrik Kristoffersen aus Norwegen und den Schweden Mattias Hargin auf die Plätze, profitierte aber auch vom Ausscheiden von Dave Ryding.

Fritz Dopfer holte in Levi nach überstandener Verletzungspause wegen eines Schien- und Wadenbeinbruchs immerhin Platz 15 und damit das halbe Ticket für Olympia – und er war schneller als Comebacker Marcel Hirscher, der allerdings auch nur wenige Trainingstage vor dem Rennen einlegen konnte. Neureuther und Dopfer sind aber die einzigen positiven Nachrichten aus Levi. Linus Straßer, immerhin einziger deutscher Weltcup der Vorsaison, schied im zweiten Durchgang nach einem Fahrfehler aus. Ebenso David Ketterer und Stefan Luitz, dessen Stärke allerdings auch eher im Riesenslalom liegen.

Licht und Schatten also auch bei den Herren. Aber der Anfang ist gemacht. “Da kann man zufrieden sein”, bilanzierte Sportdirektor Wolfgang Maier. Doch es war erst der Anfang. Die einen müssen die tollen Ergebnisse noch bestätigen, andere noch liefern, damit sich positive Ergebnisse nicht weiterhin so unwirklich anfühlen.

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