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Teamcheck: Argentinien

Erstellt am: 31.05.18

Teamcheck: Argentinien
Kick in Russ

 
 
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Kann Argentinien bei der vielleicht letzten WM-Teilnahme von Lionel Messi endlich wieder zum großen Wurf ansetzen? Ein großer Titel mit der Nationalmannschaft fehlt Messi schließlich noch – und er wird nicht jünger. Doch das Unternehmen WM-Titel kriegte nicht nur in der eher mäßig verlaufenen Qualifikation einen erheblichen Dämpfer. Kurz vor WM-Start muss Argentinien nun auch noch den Ausfall von Stammkeeper Sergio Romero verkraften. Frederick Woehl (Macromedia Hochschule Hamburg) stellt das Team vor.

Der Weg zur Euro:
Fast wäre es passiert – nach 48 Jahren in Folge, wäre es die erste Weltmeisterschaft ohne Anteilnahme der argentinischen Nationalmannschaft gewesen. Doch wer sonst als Lionel Messi konnte dies dank seiner Treffer zum 3:1-Sieg gegen Ecuador verhindern. Im Estadio Olimipico Atahualpa, auf fast 3000 m Höhe, konnte dieser Mann, der ohnehin wie eine Gottheit verehrt wird, alle drei Tore für seine Mannschaft erzielen und somit die WM-Teilnahme sichern. Wenn man sich allerdings die gesamte Qualifikation für diese Weltmeisterschaft anschaut, möchte man munkeln, ob es wieder für einen Einzug in das Finale wie 2014 reicht. Denn wer aus 18 Spielen nur 7 Siege einfahren kann, und dass bei Gegnern wie Venezuela Bolivien oder Peru, sollte sich fragen, ob es gegen Temas mit Weltklasse-Kader reicht.

Der Star:
Das Verhältnis zwischen Lionel Andres Cuccittini Messi, wie er mit  vollem Namen heißt, und den Argentiniern war nicht immer so harmonisch wie nach dem entscheidenen Spiel gegen Ecuador. Der 31-jährige, der in Rosario geboren wurde und seit 2001 für den FC Barcelona kickt konnte noch nie ein großes Turnier mit den Argentiniern gewinnen und stand schon oft in der Kritik. Nach seinem Elfmeter-Patzer gegen Chile im Finale der Copa America beendete er sogar kurzzeitig seine Karriere in der Nationalmannschaft. Er wurde minutenlang ausgebuht, es folgten Hasstiraden im Internet. Der Vorwurf: Sobald es nicht mehr um das Geld ginge, könne oder würde er keinen Fußball mehr spielen. Ohnehin würde er sich – so der Vorwurf – nicht für das Wohl seines eigenen Landes interessieren. Er selbst behauptete damals sogar: „Ich bin nicht im Stande, mit Argentinien einen Titel zu gewinnen.“ Dieses Zitat würde er nun in Russland natürlich nur zu gerne widerlegen.

Der mögliche Shooting-Star:
Er ist 24 Jahre jung und steht schon 3 Jahre unter Vertrag bei Italiens Rekordmeister Juventus Turin. Sein Spitzname ist „La Joya“, deutsch: das Juwel. Paolo Dybala. Der linksfüßige Stürmer, der mit seiner Dribbelstärke und Torgefährlichkeit entzückt, ist auch für die Nationalmannschaft die große Hoffnung. Für ihn ist es die erste Weltmeisterschaft und die Chance sich nach der Champions League nun auf ganz großer Bühne zu beweisen. Doch ob er sich gegen gesetzte Stürmer wie Sergio Agüero, Angel di Maria oder Gonzalo Higuain, seinem Turiner Mannschaftskollegen durchsetzen kann, bleibt zu erwarten. Doch dass die WM eine gute Möglichkeit bieten kann, grade für junge Spieler zu glänzen, zeigt ein Rückblick auf die letzten Turniere. Doch die Qualifikation lässt darauf nicht unbedingt hoffen: Nachdem Dybala wenig positiv auffallen konnte, stand sogar die Nominierung auf der Kippe. Aufgrund des hohen Stürmeraufkommens im Kader musste sich das Trainerteam fragen, ob es für den jungen Shooting-Star überhaupt reichen würde. Der Trainer selbst warnte: „Es wird für Dybala schwierig sein, sich an unseren Stil zu gewöhnen.“ Doch, dass er ihn nominiert hat, zeigt, welch großes Potenzial ihn Dybala steckt. Die Fans der argentinischen Nationalmannschaft hoffen, dass er dies beim Turnier auch beweisen kann.

Der Trainer:
Jorge Sampaoli konnte als Spieler aufgrund von Verletzung nie wirklich glänzen und entschied sich früh für die Karriere am Seitenrand. Seine größten Erfolge erzielte der 58-jährige mit Chile während der Weltmeisterschaft 2014. Nachdem man sich schon überraschend qualifizieren konnte man sich in der Gruppe mit Australien, Spanien und die Niederlande durchsetzen. Als Underdog konnte man Australien mit 3:1 und Spanien mit 2:0 besiegen, die dann sogar schon in der Gruppenphase scheiterten. Als Gruppenzweiter musste man im Achtelfinal gegen Brasilien ran und verlor das Spiel knapp im Elfmeterschießen. Im Sommer 2015 holte er mit der Copa America den ersten Titel für Chile, 2016 trat er dann als Nationaltrainer zurück. Danach folgte ein kurzer Zwischenstopp bei Europa-League Sieger Sevilla, ehe er 2017 als argentinischer Nationaltrainer unterschrieb. Der argentinische Verband zahlte 1,5 Millionen Euro, um Sampaoli aus dem laufenden Vertrag zu befreien.

Stärken und Schwächen:
Während der Qualifikationsspiele fielen einige Schwächen ins Auge: Die Offensive wirkte da oft unorganisiert. Der Grund: In den Reihen der Selecao stehen zwar viele Topspieler aus Topvereinen in Europa.Doch bis auf einige Ausnahmen haben sie nie oder nur selten zusammen gespielt. Daher fehlt es an Absprache und leider auch am nötigen Teamgedanken. Warum es so schlecht lief, darüber sind sich auch viele Experten uneinig. Denn qualitativ haben die Argentinier alle Möglichkeiten. Vor allem Youngstars wie Giovani Lo Celso von Paris Saint-Germain oder Christian Pavon von den Boca Juniors geben Hoffnung, dass die Weltmeisterschaft ähnlich erfolgreich läuft wie 2014. Vielleicht hilft es, dass üblicherweise bei Turnier wie der Weltmeisterschaft die Spieler näher zusammen rücken und durch die gemeinsame Zeit endlich zu einem Team werden.

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