meinsportradio.de 24/7 Sport & Podcast

Teamcheck: Kolumbien

Erstellt am: 1.06.18

Teamcheck: Kolumbien
Kick in Russ

 
 
00:00 / 7:06
 
1X
 

Die Mannschaft aus Kolumbien überraschte bei der WM 2014 alle, als sie frei aufspielte und erst im Viertelfinale an Gastgeber Brasilien scheiterte. Seitdem entwickelte sich das Nationalteam stetig weiter und hat sich international einen Namen gemacht. In Russland soll nun eine weitere Steigerung folgen – und vielleicht reicht es auch für den ganz großen Wurf. Julian Peters (Macromedia Hochschule Hamburg) macht den Check.

Der Weg zur WM:
Kolumbien qualifizierte sich als Vierter hinter äußert souveränen Brasilianern, Uruguay und Argentinien. Vier Spieltage vor Schluss stand Kolumbien noch auf dem zweiten Platz der Qualifikationsrunde. Die Teilnahme am großen Turnier in Russland, schien nur noch Formsache. Irrtum! In den letzten Spielen gelang es dem Team dann nur noch 3 mickrige Punkte zu holen. Trotzdem konnte dann durch ein 1:1 am letzten Spieltag gegen Peru die direkte Qualifikation gesichert werden. Peru wurde auf den Play-Off-Platz verwiesen. Am Ende stehen 7 Siege, 6 Unentschieden und 5 Niederlagen zu Buche. Trotzdem: Die Erwartungen der Kolumbianer an ihr Nationalteam sind seit dem Überraschungserfolg bei der WM 2014 deutlich gestiegen. Dort scheiterte man erst im Viertelfinale am Gastgeber.

Der Star:
Gibt es einen herausragenden Star im Team der Südamerikaner? Vielleicht Radamel Falcao, einst Europas Top-Torschütze! Oder David Ospina, Torhüter beim FC Arsenal! Beide sind gute und wichtige Spieler der Nationalelf. Aber der Star der Mannschaft ist James Rodriguez. Seine Hauptposition ist das zentrale Mittelfeld, er kann aber auch als hängende Spitze agieren. Als sogenannter Zehner zieht James bei seinem Club FC Bayern München die Fäden und hat sich spätestens dort in Europa einen Namen gemacht. Auch für das kolumbianische Nationalteam soll Rodriguez bei der WM Torchancen kreieren und selber schießen. Markenzeichen von James Rodriguez sind die enge Ballführung, sein überragendes Passspiel, sowie seine perfekte Technik am Ball. Nach der Weltmeisterschaft 2014 wechselte der quirlige Offensivmann für 80 Millionen Euro von der AS Monaco zu Real Madrid. Dort nicht unangefochtener Stammspieler zog es ihn schließlich weiter zum FC Bayern München, bei denen Rodriguez nun seit 2017 aktiv ist. Hier reifte der 26jährige zum Weltstar und ist die große Hoffnung der Kolumbianer.

Der mögliche Shooting Star:
Davinson Sanchez ist der Newcomer des kolumbianischen Fußballs. Sanchez spielte eine überragende Saison in der Innenverteidigung bei Premier League Club Tottenham Hotspur. Vor der Saison 2017/2018 wechselte der hochveranlagte Verteidiger für 40 Millionen Euro von Ajax Amsterdam zu den Spurs. Vier mal stand der junge Kolumbianer bereits in Qualifikationsspielen zur WM auf dem Feld. Spätestens seit seinen konstant starken Leistungen bei Tottenham, setzt Trainer Pekerman große Hoffnungen in Davinson Sanchez. Der 21-jährige hat seinen Marktwert mittlerweile auf 40 Millionen Euro geschraubt und ist somit hinter James Rodriguez der wertvollste Spieler im Kader der Nationalmannschaft.

Der Trainer:
Der 68-jährige Jose Nestor Pekerman ist Nationaltrainer Kolumbiens. Als Nationaltrainer trainierte er bereits sein Heimatland Argentinien, war aber auch auf Clubebene bereits in verschiedenen Funktionen tätig. Als Juniorentrainer wurde er 1995, 1997 und 2001 mit Argentinien U20-Weltmeister. Pekerman selbst musste seine Karriere als Mittelfeldspieler im Alter von 28 Jahren aufgrund einer Knieverletzung beenden.
Zu seinen bis dato größten internationalen Erfolgen zählen unter anderem das Erreichen des Viertelfinales bei der WM 2006 mit Argentinien, und 2014 mit Kolumbien. Pekerman gilt als taktikversessener Trainer. Es gelang ihm die kolumbianische Nationalmannschaft zu einer eingeschworenen Mannschaft zu formen, die von rund um Individualisten wie Rodriguez und Falcao zu einer Einheit geworden ist. Spätestens seitdem sich die Mannschaft 2014 erstmalig seit der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich wieder für die Teilnahme qualifizieren konnte, hat Pekerman die Nationalmannschaft Kolumbiens wieder konkurrenzfähig gemacht.

Stärken und Schwächen:
Der Kader der Kolumbianer bildet eine kompakte Einheit, welche ,gepickt mit Weltstars wie Rodriguez und Falcao, ihre Stärke vor allem in der Offensive hat. Im Angriffsspiel seiner Mannschaft kann Pekerman variabel agieren. Dank international erfahrenden Stoßstürmern wie Carlos Bacca und eben Falcao, kann Kolumbien sowohl mit einem klassischen Mittelstürmer, als auch über schnelle Außen wie José Izquierdo und Hänger Spitze spielen. Von Zeit zur Zeit lässt Trainer Pekermann auch mal mit nur einem zentraldefensiven Mittelfeldspieler agieren. Davor soll dann die vierer Offensivreihe und der Stürmer für Torgefahr sorgen.

Als Schwachstelle galt bis dato der Abwehrblock der Kolumbianer. Fehlte es dem Defensivverbund beim letzten großen Turnier noch an internationaler Klasse, darf man gespannt sein, ob Jungstar Davidson Sanchez der Abwehr Stabilität verleihen kann. Hier könnte die Achillesferse der Mannschaft liegen. Kriegt Pekerman die Schwachstelle ausgemerzt, kann aus den Kolumbianern ein attraktiver Geheimtipp werden.

Sag uns deine Meinung

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kick in Russ

Jetzt abonnieren!

Der Podcast zur WM in Russland.

In Zusammenarbeit mit neunzigplus.de bieten wir euch in diesem Podcast alle Infos zu den Teams, Zusammenfassungen zu allen Spielen, Berichte über die Spielort, Hintergründe und historisches.

Äußerungen unserer Gesprächspartner und Moderatoren geben deren eigene Auffassungen wieder. meinsportradio.de macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Fussball

Jetzt abonnieren!

Fussball auf meinsportradio.de – Hier findest Du alle Podcasts zum nationalen und internationalen Fussball. Abonniere jetzt diesen Podcast-Feed und erhalte alle Podcasts zu Deiner Lieblingssportart.

Äußerungen unserer Gesprächspartner und Moderatoren geben deren eigene Auffassungen wieder. meinsportradio.de macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.